Dienstag, 5. August 2008
Mittwoch, 30. Juli 2008
Krebstherapie: Das Chaos im Tumor zähmen
Aus: Spektrum der Wissenschaft, 8/2008 August 2008
Zu den jüngsten Waffen gegen Krebs gehören so genannte Angiogenese-Hemmer. Sie sollen das Wachstum von Blutgefäßen – die Angiogenese – unterbinden und den Tumor so aushungern. Paradoxerweise können sie eine Chemotherapie verbessern, obwohl die angestrebte schlechtere Blutversorgung auch den Einsatz herkömmlicher Medikamenten erschweren sollte.
Wie dieser widersinnig anmutende Effekt sich erklären und für neue Konzepte der Tumortherapie ausnutzen lässt, beschreibt der US-Forscher Rakesh K. Jain in der Augustausgabe von Spektrum der Wissenschaft.
Jain erforscht seit Jahren die Verhältnisse in Krebsgeweben. Dort bilden die Adern kein geordnetes Netzwerk, sondern ein Chaos aus beliebig verknüpften Gefäßen, mal eng, mal weit, teils unreif und in Sackgassen endend. Diese gestörte Gefäßarchitektur verhindert, wie er feststellte, dass Medikamente in ausreichender Menge in den Krebsherd gelangen. Sie führt überdies zu Sauerstoffmangel und saurem Milieu, das die Tumorzellen aggressiver und weniger angreifbarer macht, während es die Schlagkraft körpereigener Abwehrzellen reduziert.
Außerdem sind die Blutgefäße in den Tumoren quasi undicht, haben viel zu große Wandporen. Die austretende Flüssigkeit lässt das Tumorgewebe anschwellen. Bei Tumoren im Inneren des Schädels ist schon dieser Druckanstieg allein lebensbedrohlich.
Wie Jain und seine Kollegen mutmaßten und dann zunächst an Mäusen belegten, »normalisierten« Angiogenese-Hemmer anfänglich zu einem gewissen Grade das Adernetz innerhalb eines Tumors. Dadurch änderten sich die Bedingungen im Inneren des Krebsherds dramatisch. Nicht nur die Zugänglichkeit für Chemotherapeutika stieg an, die Sauerstoffversorgung verbesserte sich ebenfalls, wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit etlicher Krebsmedikamente und auch einer Strahlentherapie.
In einer ersten kleinen Studie an Patienten mit Glioblastom im Endstadium, einem sehr aggressiven Hirntumor, untersuchten Jain und seine Kollegen schließlich, wie es sich mit dem »Normalisierungsfenster« bei Menschen verhält. Eingesetzt wurde ein erst experimenteller Wirkstoff. Mit raffinierten bildgebenden Verfahren beobachteten die Forscher, dass die Anzeichen einer Gefäßnormalisierung in den ersten vier Wochen der Therapie besonders ausgeprägt waren. Vor allem ging die gefährliche Schwellung des Tumorgewebes rasch stark zurück.
Derzeit laufen Studien mit Patienten, die an verschiedenen Formen von Krebs in jeweils unterschiedlichen Stadien leiden. Jain und seine Kollegen testen dabei eine Reihe solcher Wirkstoffe kombiniert mit herkömmlichen Behandlungsmethoden, um die bestmögliche Strategie zu finden.
Was aber tun, damit sich das von einem Angiogenese-Hemmer geöffnete »Normalisierungsfenster« nicht so rasch wieder schließt? Das für die Zukunft propagierte Konzept von Jain lautet: viele verschiedene Wirkstoffe dieser Art entwickeln, um mit einem maßgeschneiderten Cocktail die außer Kontrolle geratenen Blutgefäße im individuellen Tumor möglichst lange zu zähmen – und so Immunzellen und Medikamenten den Zugang zu erleichtern.
Aus: Spektrum der Wissenschaft, 8/2008 August 2008
Freitag, 18. Juli 2008
Video: "Kriegstraumen. Psychische Folgen von Kampfeinsätzen"
Video: "Kriegstraumen. Psychische Folgen von Kampfeinsätzen" von "Genderforschung" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=uUNVSaz7_Mo
Beschreibung des Videoclips:
Als eine der wenigen Dokumentationen schildert "The War" auch die psychischen Traumen die Soldaten während eines Krieges erleiden.
Montag, 23. Juni 2008
Video: "Wie Träume uns die Welt erklären"
Video: "Wie Träume uns die Welt erklären" von "pmmagazin" bei Youtube
http://de.youtube.com/watch?v=6N5aAcWFEEc
Beschreibung des Videoclips:
http://www.pm-magazin.de Wir denken im Schlaf nicht weniger als im Wachzustand. Aber ganz anders. Wer sich im Träumen übt, hat mehr von seinem Gehirn.
Donnerstag, 12. Juni 2008
Video: "Buchvorstellung Arthrose und künstliche Hüft- und Kniegelenk"
Video: "Buchvorstellung Arthrose und künstliche Hüft- und Kniegelenk" von "EndocenterDE" bei Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=PI8VNbkEqoM
Beschreibung des Videoclips:
Buchvorstellung Dr. Rümelin über Gelenkerkrankungen und Behandlungsmethoden.
Weblink:
http://www.endocenter.de
Donnerstag, 15. Mai 2008
Video: "Intelligent gebaut: OP im Mega-Hirn"
Video: "Intelligent gebaut: OP im Mega-Hirn" von "Projuekt Deutschlandreise" bei Sevenload
http://de.sevenload.com/sendungen/Projekt-Deutschlandreise/folgen/DkZTsft-Intelligent-gebaut-OP-im-Mega-Hirn
Der Filmbeitrag stammt aus dem Kanal "Projekt Deutschlandreise" http://de.sevenload.com/sendungen/Projekt-Deutschlandreise
Die zwei Journalisten Thorsten Wehner und Nik Schäffler machen sich mit ihrem VW Bulli, Baujahr 1974, auf die Reise, um die Innovationstreiber aus der deutschen Wirtschaft zu porträtieren.
*
Beschreibung des Videoclips:
Am Gehirn Operationen vorzunehmen stellt heute kaum noch ein Problem dar. Zwar ist der Eingriff nicht ungefährlich, aber Spezialisten dieser Welt machen sich diese komplizierten Behandlungen zur Profession. Das Besondere: Hier wird am Gehirn im Gehirn operiert ... Bekannteste Kapazität ist Prof.Dr.med.Dr.h.c.mult. Madjid Samii, Präsident, Founder und ausführender Chirurg am International Neuroscience Institute in Hannover. Modernste Technologie (in diesem Fall die BrainSUITE) kommt zum Einsatz. Einsatzort: das Gebäude dessen Architektur nicht nur einem Gehirn ähnlich sieht, sondern es auch exakt so darstellen soll. Der stylische Koloss aus Glas und Stahl gleicht in Sachen Windungen, Formgebungen und Dimensionen dem menschlichem Gehirn. Ich habe mich mit Madjid Samii unterhalten. Thema: Architektur, Expansion und mehr. Nebendran sitzt übrigens Prof. Dr. Fahlbusch - ebenfalls einer der bekanntesten Chirurgen auf seinem Fachgebiet. Dieser Tage zeigen wir hier, wie die BrainSUITE zum Einsatz kommt ... es war unglaublich.
Mittwoch, 14. Mai 2008
Hotel für Allergiker auf der Insel Usedom

Heringsdorf (medizin-welt) - Das 4-Sterne-Superior-Upstalsboom-Hotel "Ostseestrand" im Seebad Heringsdorf auf der Insel Usedom bietet Allergikern einen rundum sorglosen Urlaub. Allergene haben hier "keinen Zutritt". Seit März 2008 ist ein kompletter Gebäudeflügel (47 von 99 vorhandenen Zimmern) des Hotels vollständig auf die Bedürfnisse von Allergikern ausgerichtet und sowohl rauch- als auch haustierfrei. Hier können sich Gäste mit allergischen Beschwerden zu 100 Prozent sicher und zugleich rundum wohl fühlen.
"Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 20 Millionen Allergiker suchen ein Urlaubsquartier. Nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) klagt inzwischen etwa jeder dritte Deutsche über Allergien. Über eine umfangreiche Studie, bei der Dermatologen und Allergologen über 2.000 Allergiker für uns befragten, haben wir herausgefunden, was wir für unsere Gäste tun können", so der Direktor des Hotels, Arne Mundt.
"Bei der Umsetzung der Ergebnisse der Studie haben wir besonders auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer zukünftigen Gäste geachtet." So wurden beispielsweise bei der Einrichtung nur Materialien verwendet, die schadstoffgeprüft sind. Auf jedes noch so kleine Detail wurde geachtet, um Allergikern einen schönen Urlaub zu ermöglichen. Die verwendeten Wandfarben in den Räumen bestehen beispielsweise zu fast 100 Prozent aus Ökogrundstoffen. Die im Bad ausgelegten Pflegeprodukte (Seife, Duschgel und Shampoo) beinhalten keine Konservierungsstoffe. Und der Clou: Jeder Raum kann auf Wunsch mit einem eigenen Luftreinigungs- und Luftbefeuchtungsgerät ausgestattet werden, um staub- und pollenarme Luft zu garantieren. Selbstverständlich müssen Gäste des Gebäudeflügels dabei nicht auf den gewohnten Komfort des Hotels verzichten. Alle Zimmer verfügen in ihrer Ausstattung über moderne TV-Flatscreens und DVD Player.
Wer jetzt denkt, dass das schon alles ist, der irrt. Sogar der rund 1.000 m² große "BALTIC SPA by Upstalsboom®"-Bereich wurde vollständig neu konzipiert und für Allergiker eingerichtet. Die SPA Landschaft verfügt dabei über ein Schwimm- und ein Dampfbad, Saunen und Solarien, PRIVATE SPA sowie ein Rassoulbad. Beautytreatments mit relaxenden Massagen und hochwertige kosmetische Anwendungen komplettieren das Wohlfühlprogramm des Hotels.
"Kulinarisch verwöhnen wir Allergiker ebenso. Unsere speziell ausgebildeten Köche haben dafür eine eigene Speisekarte kreiert, bei der die zusammengestellten Gaumenfreuden die 10 häufigsten Lebensmittelunverträglichkeiten berücksichtigen. Erfahrene Ernährungsberater und Dermatologen informieren zudem unsere Gäste bei Kamingesprächen vor Ort über Präventionsmaßnahmen bei Allergien. Selbst unsere Bibliothek ist auf das Thema literarisch abgestimmt. Damit runden wir unser Angebot für Allergiker vollständig ab."
Das Team des mit dem Qualitätssiegel des Deutschen Wellness Verbandes ausgezeichneten 4-Sterne Superior Hotels freut sich auf zahlreiche Gäste und wünscht diesen schon jetzt einen erholsamen Urlaub ohne allergische Beschwerden.
Weitere Informationen zum Upstalsboom Hotel Ostseestrand sind im Internet unter http://www.allergotel.de abrufbar oder werden telefonisch über die Rufnummer 038378-63-0 erteilt.
Dienstag, 13. Mai 2008
Taschenbuch stellt Superfrauen aus der Welt der Medizin vor

Wiesbaden (medizin-welt) - Berühmte Hebammen, Ärztinnen, Krankenschwestern und Stifterinnen aus aller Welt werden in dem Taschenbuch Superfrauen 6 - Medizin“ des Wiesbadener Autors Ernst Probst in Wort und Bild vorgestellt. Das Taschenbuch ist bei „GRIN Verlag für akademische Texte“ http://www.grin.de erschienen und beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/quickSearch;jsessionid=fdc-str2ab998v5.www13?searchString=Superfrauen+6 zum Preis von 15,99 Euro erhältlich.
Nachfolgend jeweils der erste Absatz der Biografien von „Superfrauen 6 - Medizin“ als kurze Leseprobe:
Die erste Frau, die in den USA erfolgreich das Doktorexamen ablegte, war die aus England stammende Elizabeth Blackwell (1821–1910). Zu ihren Lebzeiten herrschte die Ansicht vor, nur Männer könnten Mediziner werden. Allen Schwierigkeiten zum Trotz verwirklichte sie ihren Berufwunsch. Amerikas erste Ärztin prägte den in der Krankheitsvorsorge berühmten Satz „Vorbeugen ist besser als Heilen“.
Zu den bekanntesten Hebammen des 17. Jahrhunderts in Europa gehörte die Französin Marie-Louise Bourgeois (1563–1636). Zu ihrem Ruhm trug vor allem das von ihr verfasste Hebammenbuch bei, das 1608 in französischer und 1626 in deutscher Sprache erschien. Zahlreiche Ärzte bestätigten ihr nach der Lektüre dieses Werkes brieflich, sie hätten daraus großen Nutzen gezogen.
Große Verdienste bei der Versorgung deutscher und österreichischer Kriegsgefangener in Russland und bei ihrer Rückführung in die Heimat erwarb sich von 1914 bis 1920 die schwedische Abgeordnete des „Roten Kreuzes“, Elsa Brändström (1888–1948). Während ihrer segensreichen Arbeit kam sie in Lagern, Gefängnissen, Bergwerken und Lazaretten mit etwa 700000 Gefangenen in Verbindung. Ihre dankbaren Schützlinge verliehen ihr den Ehrentitel „Engel von Sibirien“.
Zu den bedeutendsten Kinder- und Jugendpsychologinnen der Welt zählte die aus Deutschland stammende Charlotte Bühler (1893–1974), geborene Malachowski. Sie beschäftigte sich mit dem Lebenslauf und mit den Lebenszielen des Menschen und gilt als Wegbereiterin für die humanistische Psychologie. Nach ihr wurde der von ihr entwickelte „Bühlersche Welt-Spiel-Test“ benannt, mit dem sie das Seelenleben von Kindern und Jugendlichen erforschte.
Als Mitbegründerin der „Karl und Veronica-Carstens-Stiftung“ (1981) und der Fördergemeinschaft für Erfahrungsheilkunde „NATUR und MEDIZIN“ (1983) tat sich die Internistin und „First Lady“ der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Veronica Carstens, geborene Prior, hervor. Die von der Präsidentengattin und ihrem Mann aus der Taufe gehobenen Organisationen unterstützen wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung von Präparaten und Methoden der Naturheilkunde und Homöopathie.
Die erste Frau, die den „Nobelpreis für Medizin“ entgegennehmen konnte, war die aus der Tschechoslowakei stammende amerikanische Ärztin Gerty Cori (1896–1957), geborene Gerty Theresa Radnitz. Sie erhielt diese hohe Auszeichnung zusammen mit ihrem Mann, dem deutsch-amerikanischen Mediziner und Physiologen Carl Ferdinand Cori, und dem argentinischen Mediziner Bernardo Alberto Houssay.
Als Pionierin der Psychoanalyse ist die aus Galizien stammende Helene Deutsch (1884–1982), geborene Rosenbach, in die Annalen der Wissenschaft eingegangen. Ihre Spezialität waren die Psychologie der Frau und die weibliche Sexualität. 1925 verfasste sie das erste psychoanalytische Buch zur weiblichen Sexualität.
Amerikas bedeutendste Pharmakologin und Biochemikerin war Gertrude Belle Elion (1918–1999). Für ihre Verdienste bei der Entwicklung von pharmakologischen Klassikern und für ihre langjährige Kreativität in der Arzneimittelforschung wurde ihr den „Nobelpreis für Medizin“ verliehen.
Die Ehre, Deutschlands erste Ärztin gewesen zu sein, gebührt Dorothea Erxleben (1715–1762), geborene Leporin. Sie erwarb als erste deutsche Frau an einer deutschen Universität den medizinischen Doktorgrad: Die Mutter von vier Kindern legte 1754 im Alter von 38 Jahren erfolgreich ihre schriftliche und mündliche Prüfung in Halle (Saale) ab.
Als führende Psychoanalytikerin des 20. Jahrhunderts und als Begründerin der Kinderpsychoanalyse gilt die britische Wissenschaftlerin österreichischer Herkunft Anna Freud (1895–1982). In Großbritannien hob sie ein kinderanalytisches Ausbildungszentrum und Behandlungszentrum aus der Taufe. Ihr besonderes Interesse galt den Problemen der Ich-Psychologie, der Pubertätsentwicklung und der Therapie kindlicher Neurosen.
Mit dem Ehrennamen „Engel von Dien Bien Phu“ würdigten in den 1950-er Jahren französische Soldaten in Indochina die bewundernswerten Leistungen ihrer Landsmännin und Krankenschwester Geneviève de Galard Terraube. Noch während der Kampfhandlungen verlieh der Kommandant der Dschungelfestung, General de Castries, ihr die Tapferkeitsauszeichnung „Croix de Guerre“ mit Palmen. Außerdem erhielt sie das „Kreuz der Ehrenlegion“.
Um die Linderung der Leiden von Mukoviszidose-Kranken hat sich die frühere deutsche Präsidentengattin Christiane Herzog (1936–2000), geborene Krauß, große Verdienste erworben. Sie gründete 1986 die „Mukoviszidose-Hilfe e. V.“, die sie 1997 in die Christiane Herzog Stiftung umwandelte. Außerdem engagierte sich die „First Lady“ in anderen sozialen Organisationen.
Zu den bedeutendsten Frauenrechtlerinnen der Niederlande gehörte die Ärztin, Feministin und Pazifistin Aletta Jacobs (1854–1929). Seit ihrer frühesten Jugend kämpfte sie für die Rechte und Freiheit der Frau. Sie war die erste Studentin und Ärztin in Holland sowie eine der Gründerinnen der „Vereinigung für das Frauenwahlrecht“ und des „Weltbundes für das Frauenwahlrecht“.
Zu den „First Ladys“ und tüchtigen Politikerfrauen, die in Deutschland etwas im Bereich der Medizin bewegt haben, gehörte Hannelore Kohl (1933–2001), geborene Renner, die Ehegattin Helmut Kohls, der von 1982 bis 1998 Bundeskanzler war. Sie setzt sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert tatkräftig für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems ein. 1983 gründete sie das „Kuratorium für Unfallverletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems“ (ZNS) und 1993 die „Hannelore-Kohl-Stiftung“, die sich um die Rehabilitation von Hirnverletzten kümmern.
Als berühmteste Sterbeforscherin der Welt gilt die aus der Schweiz stammende amerikanische Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross (1926-2004), geborene Kübler. Die Wissenschaftlerin befasste sich mehr als drei Jahrzehnte lang mit dem Sterben und dem Leben danach. Durch ihre therapeutische Arbeit mit Sterbenden trug sie dazu bei, eine der größten Ängste der Menschheit zu lindern: die Furcht vor dem Tod.
Amerikas bedeutendste Embryologin ist die aus Italien stammende Neurobiologin Rita Levi-Montalcini. Die kleine energiegeladene Frau, der die Kraft eines Vulkans nachgesagt wird, wirkt seit nahezu sechs Jahrzehnten unermüdlich für die Wissenschaft. Für ihre Pionierarbeit in der Nervenforschung erhielt sie im Alter von 77 Jahren den „Nobelpreis für Chemie“.
Durch die Gründung der Charité als Krankenhaus und Pflegeanstalt für Bedürftige ging die französische Königin Maria von Medici (1573–1642) in die Geschichte der Medizin ein. Der französische Begriff „Charité“ ist von dem lateinischen Wort „caritas“ (deutsch: „Barmherzigkeit“) abgeleitet. Damit bezeichnete man früher Kranken- und Pflegeanstalten, in denen die ärmere Bevölkerung kostenlos ärztlich behandelt wurde.
Eine der bedeutendsten Psychoanalytikerinnen Deutschlands ist die aus Dänemark stammende Dr. med. Margarete Mitscherlich-Nielsen, geborene Nielsen. Ihr Interesse an der Psychoanalyse ist durch ihren Mann Alexander Mitscherlich (1908–1982) aktiviert worden. Die Wissenschaflerin machte sich auch als kompetente Frauenrechtlerin einen Namen. Sie kämpft gegen „falsche Friedfertigkeit“ von Frauen. „Emanzipation ist etwas, was ich durchsetzen wollte“, sagte sie.
Italiens erste Ärztin und bedeutendste Pädagogin war Maria Montessori (1870–1952). Ihr Ruhm basiert auf der Entdeckung des nach ihr benannten „Montessori-Phänomens“. Darunter versteht man die Konzentration von Kleinkindern bei manuellen Aufgaben, bei denen sie die Dinge im wahrsten Sinne des Wortes „be-greifen“. In den 1950-er Jahren galt die zierliche Pädagogin als Anwärterin auf den Friedensnobelpreis.
Die berühmteste Krankenpflegerin Großbritanniens war Florence Nightingale (1820–1910). Ihrem selbstlosen Einsatz und großen Organisationstalent ist es zu verdanken, dass die während des Krimkrieges (1853–1856) verwundeten und erkrankten englischen Soldaten bessere Überlebenschancen hatten. Anfangs musste sie gegen die Feindseligkeit und das Unverständnis der Militärbehörden kämpfen, die sich beharrlich weigerten, das britische Sanitätswesen zu reformieren.
Die erste deutsche Forscherin, die den „Nobelpreis für Medizin“ erhielt, war 1995 die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, geborene Volhard, aus Tübingen (Baden-Württemberg). Mit dieser hohen Auszeichnung würdigte man ihre epochemachende Entdeckung über die grundlegenden genetischen Steuerungsmechanismen der Embryonalentwicklung. Der Nobelpreis wurde ihr zusammen mit den amerikanischen Entwicklungsbiologen Edward B. Lewis und Eric Wieschaus zugesprochen.
Als Initiatorin und Präsidentin der „Deutschen Krebshilfe“ hat sich die deutsche Röntgenfachärztin und Präsidentengattin Mildred Scheel (1932–1985), geborene Wirtz, große Verdienste erworben. Tragischerweise ist sie im Alter von 53 Jahren ausgerechnet an jener tückischen Krankheit gestorben, die sie jahrelang energisch bekämpfte. Ihr „viertes Kind“, die „Deutsche Krebshilfe“, erhielt bis 1994 etwa 700 Millionen Mark an Spendengeldern.
Deutschlands berühmteste Hebamme des 17. Jahrhunderts war Justine Siegmund (1636–1705), geborene Dittrich, auch Justine Siegemundin genannt. Die „Wehemutter“ erfand den „gedoppelten Handgriff“, mit dem bei einer Querlage des Kindes eine Wendung auf den Fuß vorgenommen und damit die Geburt ermöglicht wird. Sie wirkte als „Hof-Wehemutter“ in Berlin und verfasste ein Lehrbuch, das zu den bedeutendsten Dokumenten der Medizingeschichte zählt.
Eine Vorkämpferin der evangelischen weiblichen Diakonie wurde die deutsche Krankenpflegerin Amalie Sieveking (1794–1859). Sie tat sich als Gründerin eines Vereins zur Armen- und Krankenpflege sowie als Schriftstellerin hervor. Der von ihr aus der Taufe gehobene Verein gilt als erste Organisation der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland.
Älteste praktizierende Ärztin der Welt und zugleich eine der bekanntesten Homöopathinnen Deutschlands war die Sanitätsrätin Dr. med. Margarete Steinbach (1897–1994) aus Chemnitz in Sachsen. Sie praktizierte nahezu sieben Jahrzehnte lang bis zu ihrem Tod im Alter von 96 Jahren. Ehemalige Patienten schrieben ihr über Jahrzehnte hinweg Berge von Briefen und Karten.
Als Begründerin der Herzheilkunde für Kinder ging die amerikanische Ärztin Helen Brooke Taussig (1898–1986) in die Geschichte der Medizin ein. Die „First Lady der Cardiologie“ entwickelte eine Operation, die zahlreichen Kindern mit angeborenen Herzfehlern das Leben rettete. Dafür wurde ihr große Anerkennung und Dankbarkeit zuteil.
Zu den bedeutendsten Physikerinnen und Medizinerinnen der Welt gehört die amerikanische Wissenschaftlerin Rosalyn Sussman Yalow, geborene Sussman. Sie erhielt 1977 zweite Frau – nach der Amerikanerin Gerty Cori (1896–1957) – den „Nobelpreis für Medizin“. Diese hohe Auszeichnung wurde ihr für die Entwicklung der als Radioimmunoassay bezeichneten Indikatormethode zur Bestimmung der Peptidhormone zugesprochen.
Freitag, 9. Mai 2008
Donnerstag, 8. Mai 2008
"Superfrauen" aus der Welt der Medizin

Wiesbaden (medizin-welt) - Eine evangelische Pfarrersfrau mit neun Kindern war Deutschlands erste Ärztin: Dorothea Erxleben (1715-1762) aus Quedlinburg erwarb 1754 an der Universität Halle (Saale) den medizinischen Doktorgrad. Ihr Vater hatte sie zusammen mit ihrem Bruder auf das Medizinstudium vorbereitet und sie zu Hausbesuchen mit Patienten mitgenommen. Ihre Geschichte und die ihrer Kolleginnen beschreibt der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem Taschenbuch "Superfrauen 6 - Medizin", das beim Buchgroßhändler „Libri“ unter der Internetadresse http://www.libri.de/shop/action/productDetails/7363292/ernst_probst_superfrauen_6_medizin_3638934667.html erhältlich ist.
Obwohl Dorothea Erxleben den Pfarrhaushalt sowie vier eigene Kinder und fünf weitere aus der Ehe ihres Mannes zu versorgen hatte, kümmerte sie sich um Kranke in Quedlinburg. Als sich drei Ärzte über die unliebsame Konkurrenz beschwerten, verbot man ihr das Kurieren innerer Krankheiten und forderte sie auf, sich zur Prüfung an der Medizinischen Fakultät der Universität Halle zu melden. Das Examen bestand sie mühelos.
Auch die älteste praktizierende Ärztin der Welt hat in Mitteldeutschland gelebt: Die Sanitätsrätin Margarete Steinbach (1897 bis 1994) aus Chemnitz in Sachsen praktizierte sieben Jahrzehnte lang bis zu ihrem Tod im Alter von 96 Jahren. Dankbare Patienten schrieben ihr Berge von Briefen und Postkarten. Sogar in den letzten zwei Wochen ihres Lebens, als sie bereits bettlägerig war, praktizierte sie per Telefon vom Bett aus.
Aus dem Inhalt des Taschenbuches „Superfrauen 6 – Medizin“:
Elizabeth Blackwell
Amerikas erste Ärztin
Marie-Louise Bourgeois
Frankreichs berühmteste Hebamme
Elsa Brändström
Der „Engel von Sibirien“
Charlotte Bühler
Die Wegbereiterin der humanistischen Psychologie
Veronica Carstens
Die Förderin der Naturheilkunde
Gerty Cori
Die erste Medizinnobelpreisträgerin
Helene Deutsch
Die Kennerin der Frauenpsyche
Gertrude Belle Elion
Die Entwicklerin pharmakologischer Klassiker
Dorothea Erxleben
Die erste Deutsche, die Ärztin wurde
Anna Freud
Die Begründerin der Kinderpsychoanalyse
Geneviève de Galard Terraube
Der „Engel von Dien Bien Phu“
Christiane Herzog
Die Gründerin der Christiane Herzog Stiftung
Aletta Jacobs
Hollands erste Ärztin
Hannelore Kohl
Die Fürsprecherin der Hirnverletzten
Elisabeth Kübler-Ross
Sie linderte die Furcht vor dem Tod
Rita Levi-Montalcini
Die erfolgreichste amerikanische Embryologin
Maria von Medici
Die Gründerin der Charité
Margarete Mitscherlich
Deutschlands renommierteste Psychoanalytikerin
Maria Montessori
Die Entdeckerin des „Montessori-Phänomens“
Florence Nightingale
Englands verdienstvolle Krankenpflegerin
Christiane Nüsslein-Volhard
Die erste deutsche Medizin-Nobelpreisträgerin
Mildred Scheel
Die Gründerin der „Deutschen Krebshilfe“
Justine Siegemundin
Brandenburgs berühmte Hebamme
Amalie Sieveking
Die Vorkämpferin der Diakonie
Margarete Steinbach:
Die älteste aktive Homöopathin
Helen Brooke Taussig
Die "First Lady" der Cardiologie
Rosalyn Sussmann Yalow
Die Physikerin und Nuklearmedizinerin von Weltrang



